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Analytics Update: Sessions & Cross Domain Tracking

Heller Büroraum der UDG

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Das Google Analytics Team hat am 12. August eine neue Version der ga.js veröffentlicht, die zwei großartige neue Änderungen bringen wird. Neben Änderungen in der Kalkulation einer Session ist vor allem das Cross Domain Tracking wesentlich – geschätzt um ganze 85% – verbessert worden!

Berechnung der Session

Kommt ein Nutzer beispielsweise auf diesen Blog, beginnt eine neue Session. Dazu wird ein Cookie (utmb) gesetzt, welches eine Lebenszeit von 30 Minuten hat und immer aufs Neue auf 30 Minuten aktualisiert wird, wenn der Nutzer einen neuen Artikel aufruft. Das Cookie verfällt, wenn der Nutzer mehr als 30 Minuten an einem Artikel lesen (eher unwahrscheinlich ;-)) bzw. in der Pause seinen Browser geöffnet lassen würde oder einfach die Seite verlässt bzw. den Browser schließt.  Im Überblick werden Sessions folgendermaßen kalkuliert

FRÜHER wurde eine neue Session gestartet, wenn

  • der Nutzer mehr als 30 Minuten nach dem letzten Pageview verstreichen lässt.

  • der Nutzer seinen Browser schließt.

  • ein neuer Tag beginnt.

AB SOFORT wird eine neue Session gestartet, wenn

  • der Nutzer über eine AdWords Kampagne kommt (?gclid Parameter in der URL).

  • der Nutzer über eine manuell getaggte Kampagne kommt (?utm_ Parameter in der URL) .

  • der Nutzer über ein organisches Suchergebnis einer anderen Suchmaschine oder mittels unterschiedlichen Keywords kommt. (Diese Info wurde nicht offiziell kommuniziert, wir haben aber getestet und es ist tatsächlich so!)

  • der Nutzer mehr als 30 Minuten nach dem letzten Pageview verstreichen lässt

  • ein neuer Tag beginnt

Diese Informationen (Keywords etc) werden dann auch korrekt erfasst. Außerdem wird KEINE neue Session gestartet, wenn der Nutzer den Browser schließt und innerhalb der Session wieder öffnet.

Fazit: Das Session Update führt zu genaueren Daten. Es trägt dem Suchverhalten der Nutzer und neuen Browserfunktionen (z.B. geöffneten Tab wiederherstellen) Rechnung und wird sicherlich auch im Hinblick auf die bald zu Verfügung stehenden Multi-Channel-Trichter eingespielt worden sein.

Cross Domain Tracking Update

Der Knackpunkt im Google Analytics Cross Domain Tracking liegt an der Übergabe der Cookies von einer Domain an die Domain der “Schwesternseite”. Diese Übergabe erfolgt mittels Parametern, die an die URL gehangen werden. Bei Domainsprung sieht ein Link beispielsweise so aus:

www.domain.de?__utma=1.1011024938.1313395956.1313395956.1313395956.1&__utmb=1.2.10.1313395956&__utmc=1&__utmx=-&__utmz=1.1313395956.1.1.utmcsr=(direct)|utmccn=(direct)|utmcmd=(none)&__utmv=-&__utmk=102561281

Browser verhalten sich hier unterschiedlich. Die einen Encodieren die Parameter, die anderen nicht. Findet dann noch ein http Redirect statt, können die Variablen nicht mehr ausgelesen werden. Das neue ga.js Update macht diese Modifikationen an den Parametern lesbar. So werden laut dem Google Analytics Team rund 85% aller momentan nicht auslesbarer Parameter nun lesbar gemacht.

Außerdem kann das Script nun auch solche Variablen akzeptieren, bei denen der Hash Wert der Cookies nicht übereinstimmt. Das bedeutet, dass man ab sofort auf folgende Zeile im Google Analytics Code verzichten kann. Webseiten, die den Aufruf noch beinhalten funktionieren natürlich weiterhin.

_gaq.push([‘_setAllowHash’, false]);

Fazit: Mit dem Cross Domain Tracking Update wird die Datenqualität extrem verbessert. Auch ein valides Rollup Tracking ist nun möglich, bei welchen Unique Visitors und Zugriffe über Kampagnen korrekt an die Schwesterndomains übergeben werden.

Sebastian Pospischil

Über den Autor

Sebastian Pospischil
Evangelist Digital Analytics

Sebastian Pospischil ist Evangelist Digital Analytics bei UDG United Digital Group, hat elf Jahre Erfahrung im Bereich Webanalyse und berät vor allem Kunden aus dem E-Commerce und Finanzsektor. Neue Technologien testet er gerne an eigenen Projekten.